Vision Unprinter: Diese Technik soll die Umwelt schonen und die Kosten senken

Das Drucken von Dokumenten ist in Deutschland ein essentieller Bestandteil des alltäglichen Lebens und spielt sowohl für die Geschäftswelt als auch den privaten Bereich eine fundamentale Rolle.

Die Erstellung von physischen Druckerzeugnissen korreliert dabei naturgemäß mit dem Papierverbrauch, sodass die Bundesrepublik schon heute mit rund 250 kg pro Jahr und Kopf im internationalen Vergleich den mit Abstand höchsten Papierbedarf aufweist. Der hohe Verbrauch geht naturgemäß zu Lasten der Umwelt und es besteht daher akuter Handlungsbedarf. Eine neue Erfindung aus Mexiko - der sogenannte „Unprinter“ - birgt das Potenzial, diese Problematik zukünftig aus der Welt zu schaffen.

 

Drucken und Ökologie: Warum stellen Druckerzeugnisse eine Belastung für die Umwelt dar?

Egal ob in Behörden, Bildungseinrichtungen oder der Geschäftswelt: Ein Großteil der Prozesse im gesellschaftlichen Zusammenleben werden nach wie vor mit der Hilfe von Schriftstücken abgewickelt. So liegt der Durchschnittsverbrauch aktuell im Jahr pro Person bei rund 10.000 Blatt Papier, wovon rund 40 Prozent bereits nach dem ersten Lesen direkt im Mülleimer verschwinden. Spätestens eine Woche nach dem Erhalt landen weitere 40 Prozent im Papiercontainer, sodass nur etwa 20 Prozent der eingesetzten Papiermenge länger als sieben Tage aufbewahrt werden. Hinzu kommen noch fehlerhafte Dokumente, die beispielsweise bei der Erstellung fehlerhaft bedruckt wurden und bereits vor dem eigentlichen Einsatz entsorgt werden müssen. Im Zusammenspiel entsteht so ein gigantischer Entsorgungsaufwand, der sowohl logistische Kapazitäten als auch eine hohe Energiemenge einfordert und auf diese Weise die Umwelt in großem Umfang belastet.

Wie kann die Entwicklung eines Unprinters die ökologische Belastung reduzieren?

Die Vision des papierlosen Büros besteht schon seit Mitte der 1970iger Jahre und scheint im Zeitalter der Digitalisierung immer mehr in Reichweite zu rücken. Zwar kann die Nutzung von digitalen Dokumenten dabei helfen, den Papierbedarf zu reduzieren - gänzlich ohne physische Schriftstücke wird es allerdings nicht funktionieren, sodass auch in Zukunft große Mengen an Papier benötigt werden. Aus diesem Grund hat sich der mexikanische Mechatronik-Ingenieur David Leal zur Aufgabe gemacht, durch die Entwicklung eines Unprinters - auch Löschdrucker genannt - der gegenwärtigen Papierverschwendung entgegenzuwirken. Das Prinzip hinter der komplexen Technik ist dabei denkbar einfach: So werden die aufgetragenen Toner mit der Hilfe des Gerätes vom bedruckten Papier gelöscht und können in der Folge wiederverwendet werden. Neben der Reduzierung der Umweltbelastung, hätte dies auch finanzielle Vorteile für Unternehmen und Privatpersonen zur Folge, da wesentlich weniger Papier angeschafft werden müsste.

Wie funktioniert das Verfahren des Unprinters im Detail und welches Potential steckt dahinter?

Für das Löschdruck-Verfahren kommt ein 30-Watt-Laser zum Einsatz, der gezielt kurze Strahlungsimpulse auf den Toner eines Schriftstückes richtet. Innerhalb von wenigen Nanosekunden wird so eine hohe Energiemenge auf den Toner übertragen, was dazu führt, dass das enthaltene Harz verdampft und sich der Aufdruck in Form von winzigen Explosionen verflüchtigt. Am Ende entstehen so lediglich Wasserdampf sowie ein wenig CO2 als Ausstoß und es wird ein blankes Blatt Papier ausgegeben. Das Zukunftspotential dieser Erfindung ist dabei äußerst vielversprechend. So könnte der Unprinter zum Beispiel direkt in große Drucker- und Kopiermaschinen von Firmen integriert werden. Für die Kommerzialisierung hat David Leal in Großbritannien die Firma Reduse Ltd. gegründet, mit deren Hilfe er das Gerät bis zur Marktreife führen möchte. Aktuell stellen noch die Produktionskosten eine der größten Hürden dar, da schon alleine der benötigte Laser rund 10.000 Euro kostet. In Zukunft sollen die Kosten des Lasers auf ca. 2.000 Euro gesenkt werden, was den Unprinter für Unternehmen erschwinglich machen würde. Die Anschaffung würde sich dabei definitiv lohnen, da sich mit dem Gerät in einem Großbüro innerhalb von zwei Jahren rund 40 Prozent der Papierkosten einsparen ließen.

Das Fazit

Zusammengefasst stellt der Unprinter eine geniale Erfindung dar, die in Zukunft der Umwelt einen großen Dienst erweisen könnte, da sie - im Falle einer Marktreife - den allgemeinen Papierverbrauch deutlich reduzieren würde. Da ein Löschdrucker nicht nur die Abfallmenge, sondern auch den Papierbedarf senken würde, hätte die Anschaffung für viele Unternehmen auch finanzielle Vorteile. In jedem Fall handelt es sich hierbei um eine spannende Entwicklung, der aktuell allerdings noch die hohen Produktionskosten im Weg stehen.

Quelle: Trensco GmbH


Dieser Artikel wurde geschrieben von Jörg Honig